Blind

Weißt du noch, damals, als wir uns das erste Mal gesehen haben?
Da war diese Spannung zwischen uns, diese Spannung zwischen uns, dieses Besondere, erinnerst du dich? Schon damals wusste ich, wie viel zu mir bedeutest. Was du wusstest… du hattest deine Seelenverwandte, deinen Ruhepol, deinen Halt im Leben gefunden, deine gute Seele, deine Retterin, deine beste Freundin, das Mädchen, das immer für dich da war, das dich kannte, das Mädchen, das du niemals so sehen würdest wie sie dich, mit diesem unsichtbaren Glitzern in den Augen.

Weißt du noch, wie gut du mit mir reden konntest, obwohl wir uns nicht kannten?
Wie ich dich das erste Mal getröstet habe?
Ich war das Mädchen, dem du dich geöffnet hast, vollkommen und kompromisslos, das dich kannte und für dich da war. Damals war es so egal, dass du ein Junge warst und ich ein Mädchen, weil es sich richtig anfühlte.
Und ich? Du kanntest mich immer, du denkst sogar, du wüsstest alles von mir, du warst immer mein Beschützer, aber du bist so blind.
Du willst mich nie sehen lassen, dass du weinst. Du spielst cool, dabei bist du so sensibel, du durchschaust so viel, nur mein Herz nicht, dabei weißt du sonst immer, was in Menschen vorgeht. Ich kenne das alles an dir, und du lässt nicht zu, dass du das siehst.

Weißt du noch, wie weh sie dir getan hatte?
Wie du mir geschworen hattest, dich nie wieder zu verlieben? Verlieben würde nur in Schmerz enden, hast du gesagt, und ich wusste, dass du es nicht ernst meintest. Niemals wieder würdest du dein Herz jemandem schenken, hast du mir geschworen. Du hast nicht gemerkt, wie sehr du mich verletzt hast. Ich kenne dich, ich wusste damals schon, dass du wieder zu mir kommen würdest, wenn dein Herz gebrochen wurde. Wie oft musste ich es nun schon kitten.

Beinahe habe ich mich daran gewöhnt, neben dir zu sitzen, ohne dass du mich wahrnimmst, doch es wird nie diesen Schmerz verlieren. Niemals.

Du sagst, ich wäre einfach perfekt. Die perfekte beste Freundin, nicht wahr? Also können Jungen und Mädchen doch nur Freunde sein. Das sagst du so oft. Ich bin die perfekte beste Freundin, weil ich dich kenne, vom tiefsten Punkt deiner Seele hinauf, mit allen Stärken und Schwächen, all den Marotten, die ich so sehr an dir hasse, dass ich mir ohne sie verloren vorkommen würde, so sehr, wie ich blind und taub wäre ohne dich, weil du mir das Leben gezeigt hast wie der Engel an meiner Schulter, so viel mehr wie ein Beschützer fürs Leben, ein Vertrauter, irgendwo in dir ein großer Bruder, und für mich so viel mehr. Ich brauche dich so viel mehr, als du ahnst.
Ich kenne dich, schon so lange. Du kennst mich, besser als so viele andere, und trotzdem siehst du nicht, was mir fehlt, was so offensichtlich ist. Und weil ich dich so sehr brauche… Weißt du noch, wie wir über Ehrlichkeit gesprochen haben? Du warst immer ehrlich zu mir, in jedem Moment, und du denkst, ich wäre es auch. In allem, so gut wie immer. Nur in einem nicht.
Würdest du mir die Frage stellen, ob da Liebe ist zwischen uns, würde ich lügen. Und es täte weh.

3 Antworten auf “Blind”

  1. Claudia sagt:

    Hallo Luna,

    wie schön Du das geschrieben hast. Ich bin geflossen vor lauter Gefühl und Erinnerungen kamen wieder! ;-)

  2. Joanna sagt:

    Hallo,

    ich finde es wirklich sehr schön geschrieben, und vor allem erinnert es mich an eines meiner liebsten Lieder - I’d lie vin Taylor Swift. War das so geplant?

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